Deutsch genug?

Ira Peter erzählt ihre Lebensgeschichte, die 1983 mit der Geburt in der Sowjetrepublik Kasachstan begann, dann als Neunjährige – wie 2,5 Millionen andere Spätaussiedler – mit Freude und Hoffnung in Deutschland ihren Platz gefunden hat. Zurückgelassen Deutsch genug? wurde ein anarchistisches Land mit Millionen Arbeitslosen, leeren Regalen in den Geschäften und organisierter Kriminalität. In Deutschland gehörte sie zu den „Heimkehrern“ und gleichzeitig zur „Problemgruppe“, die trotz deutscher Abstammung nur Russisch sprach. Dennoch war die Grundstimmung gut und viele sahen in ihnen einen „Gewinn für unser Land“, natürlich mit „postsowjetischen Belastungsstörungen“, vor allem bei jungen Männern. Der überwiegende Teil passte sich schnell der hiesigen Lebensweise an und freute sich an freiheitlichen, demokratischen, pluralistischen und leistungsstarken Strukturen. Ira Peter wünscht sich, dass aber auch die Russlanddeutschen gewürdigt werden, denn sie mussten sich stark anpassen, improvisieren, Hunger und Hass hinter sich lassen. Ein großes Kapitel handelt von der Geschichtsfälschung Putins, der Stalin und seinen Terror gutheißt. Seine Lügen, Propaganda und Durchdringung der westlichen Medien erreichen und verführen auch viele Russlanddeutsche, die oft keine ausreichende Medienkompetenz besitzen. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht vertritt heute russlandfreundliche Einstellungen und unterscheidet sich darin kaum noch von der AfD. – Die Autorin fordert insgesamt mehr Dialog, Verständnis und Empathie für Russlanddeutsche. Überall empfohlen!

Berthold Schäffner

Berthold Schäffner

rezensiert für den Borromäusverein.

Deutsch genug?

Deutsch genug?

Ira Peter
Goldmann (2025)

254 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 621592
ISBN 978-3-442-31777-6
9783442317776
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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