Tote Dichter lügen nicht
Der Stadtstreicher Pascal Mesneux wird auf offener Straße überfallen und (scheinbar) versehentlich getötet. Der Fall landet auf dem Schreibtisch von Kommissarin Vivian Lancier und ihren Mitarbeitern. Bald stellt sich heraus, dass der Tote die Kopie
eines Sonetts von Baudelaire in der Tasche hatte, das der literarischen Fachwelt noch unbekannt ist. Doch es kommt noch merkwürdiger: Das Sonett zieht Mordanschläge an wie das Licht die Fliegen, außerdem drängt sich den Ermittlern bald die Frage auf, was die Académie Française mit der ganzen Sache zu tun hat. - Georges Flipos Kommissarin Lancier kämpft mindestens genauso verbissen gegen ihre Pfunde und die Dummheit ihrer Mitarbeiter wie gegen das Verbrechen in Paris. Dabei kann sie auch ziemlich fies und ungerecht sein. Die übrigen Figuren sind eher eindimensional gezeichnet und werden - genauso wie die Handlung - der Hauptfigur untergeordnet. An vielen Stellen erinnert der Humor des Buches an die Filme des Komikers Louis de Funès, der seine Landsleute mit überzeichneten Charakteren und Situationskomik auf die Schippe genommen hat. Solide Unterhaltung. (Übers.: Norma Cassau)
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Tote Dichter lügen nicht
Georges Flipo
Blanvalet (2012)
Blanvalet ; 37882
317 S.
kt.