So viel Anfang war nie
Das brandenburgische Herzdorf hatte den Zweiten Weltkrieg, die russische Besatzungsmacht, Flüchtlingstrecks und LPG überlebt, doch die Wiedervereinigung wirbelt das Leben dort vollkommen durcheinander. Investoren aus dem Westen wollen das Dorf neu
erschaffen. Es entstehen ein Theater in der frisch restaurierten Kirche, ein Wellnesshotel, ein Freizeitpark und Biogarten für Wohlhabende und überarbeitete Städter. Doch die Dorfbewohner fühlen sich überrollt und nur wie Zuschauer. Als ein Natur- und Klanggarten angelegt werden soll, stoppen sie dessen Bau. Am Ende müssen die einstigen Visionäre verarmt das Dorf verlassen. - Der Journalist Christhard Läpple hat jahrelang die unterschiedlichsten Beteiligten interviewt und die auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte von allen Seiten beleuchtet. So lässt er auch im Text die Menschen direkt zu Wort kommen und lebendig werden. Größeren Beständen gerne empfohlen.
Kathrin Wexberg/STUBE
rezensiert für den Borromäusverein.
So viel Anfang war nie
Christhard Läpple
btb (2017)
284 S.
fest geb.