Maame
Ich-Erzählerin Maddie ist 25 Jahre alt und lebt noch zu Hause. Sie kümmert sich um ihren an Parkinson erkrankten Vater, während ihre Mutter viel Zeit in Ghana verbringt. Ihre Familie nennt sie Maame, das bedeutet in ihrem afrikanischen Dialekt Frau/Mutter,
d.h. Fürsorgerin. Und diese Bürde hat man ihr vor der Zeit auferlegt. Maddie will sich davon emanzipieren und sie selbst werden. Sie hat Englische Literatur studiert und arbeitet als rechte Hand für die Marketing-Chefin des Covent Garden Theatre in London, ein Job, der sie zwar nicht ausfüllt, aber regelmäßig Geld einbringt. Maddie erzählt in lockerem Stil von ihrer Situation und ihren Gefühlen dabei. Sie ist sehr ehrlich mit sich, Selbstzweifel sind ein Teil davon. Bei allen ihren Problemen googelt sie erst einmal – und erhält eine Fülle teils irrwitziger, einander widersprechender Antworten, die sie nicht wirklich weiterbringen. Eher hilft ihr eine imaginierte „neue“ Maddie, die selbstbewusst die Szene betritt und lockere Kommentare zu ihr abgibt. – Jessica Georges fünfter Roman ist autobiografisch gefärbt und trotz ernsten Hintergrunds sehr humorvoll. Ihr Schreibstil führt die Leser:innen ganz nah an ihre Protagonistin heran. Eine großartige Emanzipationsgeschichte!
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Maame
Jessica George ; aus dem Englischen von Stefanie Retterbush
btb (2024)
477 Seiten
kt.