Frösche
Der Roman erzählt auf unterschiedlichen Ebenen das Leben von Gugu, Hebamme und Frauenärztin, systemtreu und der Partei ergeben. Zunächst kämpft sie gegen die ungelernten Frauen auf dem Land, die als Geburtshelferinnen den Tod zahlreicher Kinder
zu verantworten haben. Später wird sie zur Ärztin, die voller Resignation, medizinisch aber fehlerlos, den Eltern ihr Kind vor der Geburt nimmt, weil es politisch nicht gewünscht ist. Das Geschehen spielt vor dem Hintergrund der chinesischen Geschichte von 1950 bis heute, insbesondere der Ein-Kind-Politik. - Mo Yan hat den vorliegenden Roman 2009 geschrieben; die Ein-Kind-Politik und die daraus resultierenden Zwangsabtreibungen sind inzwischen auch in China kein absolutes Tabuthema mehr. Der Roman hat autobiografische Züge: Eine Tante des Autors ist Vorbild für die Protagonistin; zudem hat er seine eigene Frau um seiner Karriere willen zu einer Abtreibung gedrängt. In diesem Sinne dient das Buch auch der Selbstrechtfertigung. Für große Bestände und Interesse für chinesische Kultur und Politik empfohlen. (Übers.: Martina Hasse)
Susanne Körber
rezensiert für den Borromäusverein.
Frösche
Mo Yan
Hanser (2013)
506 S.
fest geb.