Kurze Berührungen mit dem Feind
Der Reigen unauffälliger menschlicher Schicksale beginnt mit Rex, der als Kartograph arbeitet und die Hoffnung hegt, endlich die Chance auf einen ordentlichen Beruf wahrgenommen zu haben. Doch er hat ein Problem: Sein Chef ist homosexuell, schreibt
ihm zweideutige Briefe und macht ihm Avancen. Als Rex die Annäherungsversuche zurückweist, verliert er seinen Job. Eine weitere Geschichte erzählt von Ike, einem Koch in einem kleinen Restaurant. Stress, schlechte Bezahlung. Ike würde gerne um eine Gehaltserhöhung bitten, wenn da nicht die Reklamationen der Gäste wären: verbrannte Toasts, für die Ike verantwortlich ist und die er sich nicht erklären kann. Im Hintergrund droht in einigen dieser Geschichten ein Krieg, den kaum jemand wirklich zur Kenntnis nimmt, und für den sich immer wieder junge Menschen melden, die keine Perspektive haben. Ein faszinierendes Buch mit lebensnahen Figuren, dessen Geschichten sich um die kleinen und großen Stolpersteine des Lebens drehen, und das uns gerade deshalb so viel über die USA erzählt. (Übers.: Bettina Abarbanell)
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Kurze Berührungen mit dem Feind
Saïd Sayrafiezadeh
Hanser Berlin (2014)
252 S.
fest geb.