Das Universum und ich
Professionelle Astronomen erforschen und "kennen" heute Objekte in den unendlichen (?) Weiten des Weltraums aufgrund von Datenstrukturen und können sich durchaus dort heimisch fühlen - wobei sie bisher nur geschätzte fünf Prozent der Gesetze und
Phänomene des Universums verstehen. Der Astrophysikerin und FAZ-Redakteurin Sibylle Anderl gelingt es, anschaulich und mit Humor die Methoden und Schwierigkeiten wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung im Kontext ihres Forschungsgebietes zu erklären. Dabei geht sie der Frage nach, wie verlässlich die Ergebnisse überhaupt sein können, fasst kurz den heutigen Stand der astrophysikalischen Forschung zusammen und streut Schlussfolgerungen für den Wissenschaftsbetrieb und die Veröffentlichungspraxis ein. Bezüge zu metaphysischen oder religiösen Fragen klammert sie bewusst aus. Die Philosophie beschränkt sich auf erkenntnistheoretische Fragen, zum Teil auch über das behandelte Spezialgebiet hinaus. Das Buch vermittelt gut verständlich einen recht tief gehenden Einblick in die Arbeitsweise der Astrophysiker und setzt insofern ein entsprechend ausgeprägtes Interesse an dieser Materie voraus. Zur Ergänzung naturwissenschaftliche Bestände eine Bereicherung.
Monika Graf
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Universum und ich
Sibylle Anderl
Hanser (2017)
252 S. : Ill.
fest geb.