Der letzte Satz

Auf seiner letzten Überfahrt von New York nach Europa sitzt der sterbenskranke Komponist Gustav Mahler einsam an Deck und versucht sich mit seinem nahenden Tod abzufinden. Er führt existenzielle Selbstgespräche, die einzig durchbrochen Der letzte Satz werden von den besorgten Fragen eines Schiffsjungen, und hadert in episodischen Rückblicken mit seinem Leben. So erinnert er sich an Demütigungen, die er erlitten hat, weil er Jude war und zum Katholizismus konvertierte, oder an Tragödien, wie an den frühen Tod seiner Tochter Maria. Seine Gedanken schweifen ab und er entsinnt sich an die schönen Sommer in den Bergen bei Toblach oder die grandiosen Triumphe als Dirigent und Komponist an den berühmten Opernhäusern von Wien und New York. Die gescheiterte Ehe mit seiner großen Liebe Alma, die ihm immer wieder vorwirft, dass er zu viel arbeitet und keine Zeit für seine Familie hat, lässt er auch Revue passieren. - Robert Seethaler widmet sich diesmal nicht unauffälligen Randfiguren, sondern dem berühmten Musiker Gustav Mahler und dessen Leben. Im Angesicht des Todes lässt er ihn mit Verzweiflung, Schmerzen und Sehnsucht auf die menschliche Existenz zurückblicken, ohne eine Biografie Mahlers erstellen zu wollen. Er konzentriert sich dabei auf den Privatmensch Mahler und verzichtet auf das große Thema seiner Musik. Wieder einmal versteht es Seethaler, die Leser/-innen durch die Leichtigkeit seiner Sprache und die strukturierte Ausdrucksweise in seinen Bann zu ziehen. Sehr zu empfehlen.

Elisabeth Kemper

Elisabeth Kemper

rezensiert für den Borromäusverein.

Der letzte Satz

Der letzte Satz

Robert Seethaler
Hanser Berlin (2020)

125 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 601820
ISBN 978-3-446-26788-6
9783446267886
ca. 19,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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