Die Suche nach Paulie Fink

Die Siebtklässlerin Caitlyn verschlägt es in ein winziges Kaff in Vermont, weil ihre Mutter dort die Leitung einer Notfallpraxis übernimmt. Sehr zum Missfallen ihrer Tochter, die ihre neue Schule und ihre zehn Mitschüler/-innen ganz furchtbar findet. Die Suche nach Paulie Fink Es herrschen kaum Regeln, die Caitlyn doch so wichtig sind. Außerdem grasen Ziegen auf dem schuleigenen Sportplatz, die in den Pausen auch noch versorgt werden sollen. Zur Mittagszeit müssen die Schüler/-innen mit den „Minis“, den Vorschüler/-innen, denen sie als Mentor/-innen zur Seite stehen, zusammen essen. Caitlyn schwört sich und auch ihrem „Mini“ hoch und heilig, dass sie nie die „Guten-Tag-Glocke“ am Ende eines gelungenen Schultages läuten wird. Denn hier erwartet sie partout keinen guten Tag. Nach den Sommerferien wird Paulie Fink vermisst, der „Meister im Mistbauen mit dem Zeug zum Superschurken“. Die Hoffnung, dass er noch auftaucht, verpufft kläglich. Also entscheiden sie, dass ein neuer Paulie Fink her muss. Ein Castingformat, an dem alle Siebtklässler/-innen teilnehmen können, soll helfen, und Caitlyn wird zur Moderatorin auserkoren. Damit sie sich ein Bild von dem Phänomen Paulie Fink machen kann, braucht sie zunächst jede Menge Input und führt Interviews mit den Schüler/-innen der Mitchell School. Mit der Zeit lernt sie nicht nur „den Unterschied zwischen lustig und gemein“ kennen, sondern erfährt auch jede Menge über das alternative Lernmodell an der Mitchell. Als dann die Stadt das Geld zum Unterhalt der Schule nicht mehr aufbringen kann, ist dringendes Handeln erforderlich. Nach einem direkten Sprung in die gegenwärtige Geschichte, folgt ein kurzer Rückblick, bevor der Plot Fahrt aufnimmt. Eine bunte Mischung aus Einträgen in der Ich-Perspektive Caitlyns, Interviews im Dialogstil und dem Abdruck von Briefen gestalten das Buch sehr kurzweilig. Der Spannungsbogen ist verhalten ausgeprägt, und dennoch fesselt die Geschichte. Kurze Kapitellängen und abwechslungsreiche Textaufmachungen gestalten die miteinander verwobenen Handlungsstränge transparent. Eine gelungene Geschichte.

Anja Kuypers

Anja Kuypers

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Suche nach Paulie Fink

Die Suche nach Paulie Fink

Ali Benjamin ; aus dem Englischen von Jessika Komina und [einer weiteren]
Carl Hanser Verlag (2021)

346 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 606521
ISBN 978-3-446-26949-1
9783446269491
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 11
Systematik: K
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