Yoga
Die Weisheitslehre des Yoga entstand vor über 2000 Jahren mit den Upanischaden. Das Ziel ist die Einheit von Körper und Seele, die Verschmelzung mit dem Göttlichen. Der Journalist und Islamwissenschaftler S. Weidner folgt der Geschichte über die
arabische und antike Philosophie, die muslimische und christliche Mystik, stellt die wichtigsten Schriften vor, darunter die Upanischaden, die Bhagavad Gita, die Yoga-Sutras des Patanjali und die Hatha Yoga Pradipika, und geht auch auf die herausragenden Yogis der Neuzeit wie Ramakrishna und Vivekananda ein. Das verknüpft er mit der politischen und der Geistesgeschichte, wobei ihm besonders das Verbindende der Religionen wichtig ist. Anfang des 19. Jh. setzte geradezu eine "Indomanie" ein, Sprachwissenschaftler übersetzten die wichtigsten Texte, westliche Philosophen untersuchten diese, Indien wurde mit den Ashrams zum Ziel vieler spirituell interessierter Menschen, aber erst der Hatha-Yoga mit seinen Körperübungen, den Asanas, sorgte für eine Verbreitung in allen westlichen Ländern. Doch Yoga ist eben mehr: es ist Lehre, Pfad, Methode und Haltung auf dem Weg zur Erkenntnis des Absoluten. – Allen Lesern empfohlen, die über den engen Tellerrand des Hatha-Yoga schauen und die eigentlichen Ziele des Yoga kennenlernen wollen.
Michael Mücke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Yoga
Stefan Weidner
Hanser (2025)
415 Seiten : Illustrationen
fest geb.