Morgen und für immer
Es beginnt in Albanien zur Zeit der Besetzung durch Hitlers Truppen und der Partisanenkämpfe. Da kommt ein desertierter deutscher Soldat in das abgelegene Haus von Kajan und seinem Großvater. Schnell haben alle ihr Misstrauen überwunden, der Deutsche
lehrt Kajan, Klavier zu spielen, und die deutsche Sprache. Der Terror der Nationalsozialisten wird bald ersetzt durch den Terror der siegreichen Kommunisten. Auch Kajan gerät in die Mühlen von Misstrauen und Verrat. Als begnadeter Pianist soll er sein Land bei einem Konzert in Ostberlin vertreten, gerät ins Visier der Stasi, flieht in den Westen und scheint in Amerika endlich seinen Frieden zu finden. Die Vergangenheit holt ihn ein, als er seine totgeglaubten Cousins trifft und diese Nachricht deren Eltern in Albanien überbringen will. Auf abenteuerlichen Wegen kehrt er zurück und wird von unerwarteter Seite verraten. - Viel zu kurz erscheint ein Menschenleben für Kajans Erlebnisse. Von der unfassbar menschenverachtenden Grausamkeit ideologisch Verblendeter wird schonungslos berichtet - nicht immer leicht zu ertragen. Doch am Ende siegen Liebe und Musik in Kajans Leben. Spannend bis zur letzten Seite.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Morgen und für immer
Ermal Meta ; aus dem Italienischen von Peter Klöss
hanserblau (2023)
524 Seiten
fest geb.