Long Island
Die Irin Eilis ist als junges Mädchen in die USA ausgewandert und hat dort den Klempner Tony kennengelernt und geheiratet. Inzwischen haben die beiden zwei fast erwachsene Kinder und leben mit Tonys italienischer Großfamilie in Long Island. Eines
Tages steht ein Mann vor der Tür und teilt Eilis mit, dass seine Frau schwanger und Tony der Vater sei. Das Kind würde er, sobald es geboren ist, bei ihm abliefern. Eines ist Eilis klar: Sie wird nicht das Kind einer anderen Frau aufziehen. Da Tony aber seiner Verantwortung nachkommen will, beschließt sie, zu ihrer Mutter nach Irland zu reisen und das weitere Geschehen abzuwarten. In Irland begegnet ihr Jim, den sie bei einem früheren Aufenthalt ohne Erklärung verlassen hat, um zu ihrem Ehemann in die USA zurückzukehren. Immer noch existiert eine Anziehung zwischen den beiden, jedoch ist Jim mit der Witwe Nancy heimlich verlobt und damit auch glücklich und zufrieden. Eine Bekanntmachung der Verlobung steht kurz bevor und Nancy ist mit Hochzeitsplänen beschäftigt. Kann Jim seine Liebe zu Eilis zulassen? Wird sie sich diesmal für ihn entscheiden? Schließlich hat sie inzwischen die Verantwortung für ihre zwei heranwachsenden Kinder. Ruhig und unaufdringlich öffnen sich die Lebenshintergründe und Charaktere der Protagonisten und laden zur Auseinandersetzung mit deren Herausforderungen und Handlungen ein. – Ein äußerst empfehlenswerter Roman, der strenggenommen eine Fortsetzung von „Brooklyn“ (BP/mp 11/133) ist, aber auch gut ohne den Vorgänger gelesen werden kann.
Gabriele Berberich
rezensiert für den Borromäusverein.
Long Island
Colm Tóibin ; aus dem Englischen von Giovanni und Ditte Bandini
Hanser (2024)
315 Seiten
fest geb.