Weibliche Macht neu denken

Frauenquoten oder Förderung von Frauen in MINT-Berufen reichen nicht aus, um eine wirkliche Gleichberechtigung zu erzielen. Dies kann nur gelingen, wenn wir männlich geprägte, patriarchalische Muster von Erfolg und Stärke durch neue weibliche Muster Weibliche Macht neu denken ergänzen oder, besser noch, durch ein geschlechterübergreifendes Verständnis ersetzen. Die Spiegelredakteurin Eva Thöne leitet das Buch mit einem ganz persönlichen wie banalen Beispiel ein: In einer Redaktionskonferenz schweigen die Frauen, erst ganz spät oder bei Randnotizen melden sie sich zu Wort. Männer dominieren meinungsstark, hochqualifizierte Frauen beobachten still. Helden sind männlich, Mütter stärken Ehemann und Söhne. So stellt sich die Lebenswirklichkeit bis heute häufig da. Thöne zeigt diese fest verankerten Muster detailliert auf. Doch wie können diese Denkmuster durchbrochen werden? Ein Weg ist die Selbstermächtigung, nämlich dass Frauen, nachdem sie die Zuschreibungen und Muster erkannt haben, sich selbst dazu ermächtigen, diesen Normen nicht entsprechen zu müssen. Und dies gelingt besser, je mehr selbstermächtigte Frauen es gibt. Um zum Anfangsbeispiel zurückzukehren: Wenn eine Journalistin in der Konferenz machtvoll spricht, traut sich die zweite eher. Aber "gedachte Solidarität, gedachter Feminismus, gedachter Antirassismus (…) sind einfacher als gelebter". Und hier sind alle Frauen und Männer aufgefordert, an einer Veränderung der Lebenswirklichkeit mitzuwirken. – Eva Thöne gibt zahlreich Denkanstöße, die patriarchale Machtstrukturen aufdecken. Daraus können bestenfalls alternative Handlungswege neben der Selbstermächtigung entstehen. Eher für größere Bestände geeignet.

Dorothee Rensen

Dorothee Rensen

rezensiert für den Borromäusverein.

Weibliche Macht neu denken

Weibliche Macht neu denken

Eva Thöne
Hanser Berlin (2025)

236 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 623207
ISBN 978-3-446-28302-2
9783446283022
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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