Der Herr hält unsere Hand
Papst Benedikt XVI. hat nicht nur bei öffentlichen Gottesdiensten gepredigt, sondern auch in privaten sonntäglichen Messen mit seinen engsten Mitarbeitern. Für diese Predigten im kleinen Kreis stützte sich Benedikt nur auf Notizen, die mündlich
vorgetragenen Predigten wurden aber in Audioaufzeichnungen festgehalten und nachträglich transkribiert. Nach seinem Tod wurden diese Predigten zur Veröffentlichung vorbereitet und 2025 in italienischer Sprache – in der sie von Papst Benedikt auch gehalten wurden – veröffentlicht. Ins Deutsche übersetzt ist unter dem Titel „Der Herr hält unsere Hand“ nun ein erster von zwei Teilbänden erschienen, der Predigten zur Fasten- und Osterzeit (bis zum Dreifaltigkeitssonntag) enthält. Die Predigten stammen aus den Jahren 2005 bis 2017, die meisten jedoch aus den Jahren 2013 bis 2017 – nach Benedikts Rücktritt aus dem Papstamt waren Messen im privaten Kreis natürlich nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Die letzte Predigt hielt Papst Benedikt kurz vor seinem 90. Geburtstag. In seinen Predigten hat Papst Benedikt stets Theologie mit Spiritualität verknüpft, seine Homilien sind kenntnisreiche Schriftauslegungen, aber nicht aus distanzierter wissenschaftlicher Sicht, sondern aus einer gläubigen Perspektive, die bereit ist, sich selbst betreffen zu lassen. So vermischen sich auch immer wieder Predigt und Gebet, die Betrachtungen führen gewissermaßen von selbst zum Beten. Sehr oft bringen die Predigten von Papst Benedikt auch die Texte des Alten Testaments und des Evangeliums in einen engen Zusammenhang. Und zusammen mit dem Prediger werden auch die Leserinnen und Leser in den bekannten Schrifttexten immer wieder neue Entdeckungen machen können. So ist dieser Band für alle, die in geistlicher Schriftauslegung Erbauung finden, ein ebenso unerwartetes wie schönes Geschenk, das bereits die Vorfreude auf den zweiten Teilband weckt. (Religiöses Buch des Monats März)
Thomas Steinherr
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Herr hält unsere Hand
Benedikt XVI. ; aus dem Italienischen von Silvia Kritzenberger
Herder (2026)
268 Seiten
fest geb.
Auszeichnung: Religiöses Buch des Monats