Alles schrecklich ungerecht

Der Verfasser, Volkswirt und langjähriger früherer Direktor des Deutschen Caritasverbandes, setzt sich im ersten Teil des Sachbuches, gestützt auf Statistiken, mit zahlreichen Behauptungen auseinander, die ein falsches Bild von einem vermeintlichen Alles schrecklich ungerecht Niedergang des Sozialstaates zeichnen. Auch viele Sozialverbände und Medien tragen nach seiner Auffassung zu einer übertriebenen Skandalisierung der Diskussion bei. Im zweiten Teil seiner Darstellungen tritt Cremer dafür ein, dass sich angesichts zahlreicher politischer und gesellschaftlicher Herausforderungen auch die Sozialpolitik einer Diskussion um verfügbare Ressourcen stellen muss. Für ihn sollten statt einer weiter expansiven Sozialpolitik in Zukunft unter der Prämisse, mehr Gerechtigkeit zu erzielen, ohne neue Schuldenberge aufzubauen, vor allem vier Handlungsfelder in den Blick genommen werden: Erstens der Kampf gegen verdeckte Armut, zweitens ein verbessertes Sozialsystem für den unteren Rand der gesellschaftlichen Mitte, drittens ein bürgerfreundlicherer Sozialstaat, der viertens Menschen so unterstützt, dass sie Akteure ihres eigenen Lebens werden können. – Insgesamt bietet das Buch somit zum einen eine sachlich fundierte Kritik an der gesellschaftlichen Debatte um unseren Sozialstaat und zeigt zum anderen konkrete Optionen für ein künftiges, stärker zielführendes politisches und den demokratischen Staat stärkendes Handeln auf. –Sinnvoll in Büchereien, die ihrer Leserschaft größere Sachbuchbestände anbieten.

Siegfried Schmidt

Siegfried Schmidt

rezensiert für den Borromäusverein.

Alles schrecklich ungerecht

Alles schrecklich ungerecht

Georg Cremer
Herder (2025)

256 Seiten : Diagramme
fest geb.

MedienNr.: 623098
ISBN 978-3-451-07361-8
9783451073618
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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