Ich sehe, was du brauchst
„Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, sagt ein afrikanisches Sprichwort. Viele Familien aber sind heute auf sich allein gestellt. Auch wenn außerfamiliäre Betreuung eine Vereinbarung von Familie und Beruf ermöglicht, sind die
Herausforderungen für Eltern groß, ihre Kinder liebevoll, fürsorglich und in Geborgenheit im Sinne einer bedürfnis- und bindungsorientierten Erziehung zu begleiten. Die Umsetzung ist nicht leicht. Wenn Erziehende sich erschöpft und belastet fühlen, rutschen sie mitunter in Verhaltensweisen, die sie nicht wollen. Wir wollen es anders machen als die Generationen vor uns, sagt Kathrin Hohmann, die sich als Beziehungsexpertin und Übersetzerin kindlicher Bedürfnisse sieht und meint: Es geht auch anders! Neben den Bedürfnissen der Kinder gilt es, die Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen der Erwachsenen, in der Regel immer noch vorwiegend der Mütter, in den Blick zu nehmen. Im Mittelpunkt ihrer Überlegungen steht die Aufforderung an Eltern, die eigene Kindheit aufzuarbeiten, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu reflektieren und nach neuen Wegen zu suchen. So könnten sie gute Begleiter und Vorbilder für ihre Kinder sein, ohne immer wieder in alte Muster zu verfallen.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Ich sehe, was du brauchst
Kathrin Hohmann
Herder (2024)
223 Seiten : Illustrationen (farbig)
kt.