Mein Baby weint
Das Buch bietet einige nützliche Tipps für Eltern von sogenannten "Schreibabys". Außer verständlichen Erklärungen für das "normale Schreien", hilfreichen Hinweisen für Eltern von Kindern, die von Bauchweh geplagt werden, und Tipps zu Massage
und Körperübungen, enthält es aber leider auch Tipps, die sich logisch anhören, aber in der Regel weder für "normale Babys" noch für "Schreibabys" angemessen sind: Sich in den Schlaf zu schreien, ist für ein Baby nicht entspannend; ein Gute-Nacht-Wunsch allein sorgt beim schreienden Kind nicht für ein Gefühl von Geborgenheit, und warum das "kontrollierte" Schreienlassen nach der Sanduhr eine "sanfte Methode" sein soll, erschließt sich erst recht nicht. Auch die Tipps zur Ernährung der stillenden Mutter, zahlreiche Lebensmittel zu meiden, sind nicht unumstritten. Beide Punkte können durch andere, hilfreichere Ratschläge nicht aufgewogen werden, zumal sich fast das ganze Kapitel "Hilfen für mein Schreibaby" lediglich dem angeratenen "Schreienlassen" widmet. Dieser Ratgeber will die Eltern nicht dabei unterstützen, eigene Wege zu finden, sondern bestimmte Wege als allein richtige weisen, ist dabei aber nicht überzeugend. Wenig hilfreich.
Annette Jantzen
rezensiert für den Borromäusverein.
Mein Baby weint
Wilhelm Gienger ; Zora Gienger
Urania (2013)
Ein Expertenratgeber
128 S.
kt.