Matilda
Es ist Frühling und eine kleine Schar Gänse kehrt zurück. Vom Wesen her handelt es sich um lauter Charakterköpfe, laut, eingebildet und herrisch die Herren, schlecht gelaunt, draufgängerisch und ängstlich die Damen. Nur Matilda, erkennbar am
rot-weiß gepunkteten Halstuch, ist anders. Sie denkt nach und visiert dabei das verlassene Fischadlernest hoch oben auf dem Baum an, bis sie es mit Beschlag belegt, darin Eier legt und drei Küken großzieht, sehr zum Erstaunen ihrer Artgenossen, die ihre Nester artgemäß im Schilf gebaut haben. Dort jedoch plündert ein Marder einige Eier, und ein Hund sorgt für Angst und Schrecken, während Matilda und ihre Jungen in Sicherheit sind. Nicht nur die Gänse, auch einige Menschen beobachten ungläubig das Geschehen und werden Zeuge, wie Matilda mit ihren flüggegewordenen Kindern auf dem Rücken behutsam zum Teich hinunterfliegt. – Das Buch punktet sehr mit farbenfrohen, humorvollen und großformatigen Bildern. Das Betrachten allein schafft schon Spaß und gute Laune. Inhaltlich kann es Kinder motivieren, eigene Wege zu gehen und sich davon trotz Unverständnis und Spott nicht abbringen zu lassen. Sehr schön gestaltetes Vorlesebuch, Matildas rot-weiß gepunktetes Halstuch wiederholt sich auf dem Vorsatz vorne und hinten. Für Kinder ab 3 Jahren gern empfohlen.
Barbara Riedl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Matilda
Beate Teresa Hanika ; mit Illustrationen von Susan Batori
Herder (2026)
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 3