Glücksfall
Schlimmer könnte es für Helen Walsh kaum kommen: Nicht nur, dass ihre Schulden sie zwangen, ihre heißgeliebte Wohnung aufzugeben und wieder bei ihren Eltern einziehen zu müssen, jetzt soll sie auch noch den vermissten Ex-Boygroup-Star Wayne Diffney
suchen. Und ihr Auftraggeber ist ausgerechnet Jay Parker - jener Kerl, mit dem sie eine unglückliche Affäre hatte. Und auch ihre Beziehung zu Artie - und dessen immer noch viel zu präsenter Exfrau und seinen Kindern - läuft nicht allzu gut. Kein Wunder, dass sie sich in die Detektivarbeit stürzt. Doch die Schatten der Vergangenheit lassen sich auch in Wayne Diffneys luxuriösem Haus nicht abschütteln ... - Das Buch über die jüngste, aufsässigste der Walsh-Schwestern beginnt Marianne Keyes schwungvoll: Schnell entwickelt der Leser Sympathie für die gestrauchelte, um kein scharfes Wort und Selbstmitleid verlegene Protagonistin. Die Suche nach dem Ex-Boygroup-Star gestaltet sich zunächst spannend, auch wie sich die verschiedenen Personen und Ereignisse allmählich zusammenfinden. Doch im Mittelteil verliert das Geschehen dann an Fahrt, dafür kann man sich bei manchen zynischen Bemerkungen im typischen Keyes-Humor das Lachen nicht verkneifen. - Anders als von den vorherigen Walsh-Büchern erwartet, aber insgesamt kurzweilig. (Übers.: Susanne Höbel)
Sonja Schmid
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Glücksfall
Marian Keyes
Heyne (2013)
607 S.
fest geb.