Josef und Li
Für den elfjährigen Josef ändert sich gerade einiges in seinem Leben, denn er hat seit neuestem Interesse an Helena, einem Mädchen aus seiner Klasse, wo er doch bis jetzt nur Jungen beachtet hatte. In einem Anfall von Gefühlen verlobt er sich
mit ihr, einschließlich Ring und dem Versprechen absoluter Treue. Da eröffnet gerade im Erdgeschoss von Josefs Haus eine vietnamesische Teestube, inklusive Restaurant. Der Vermieter ist sehr zufrieden, endlich jemanden für die feuchten Räume gefunden zu haben. Und Li, die Tochter der vietnamesischen Familie, kommt in Josefs Klasse, ohne zunächst auch nur ein Wort Tschechisch zu verstehen. Schnell merkt Josef, dass Helena nicht wirklich die Partnerin ist, die er für das Leben sucht. Gleichzeitig taucht Marta, eine entfernte Verwandte, bei ihnen in der Wohnung auf und wird freundlich aufgenommen. Dadurch gerät auch noch der Friede zwischen seinen Eltern aus den Fugen, weil Josefs Vater nur noch Augen für den Besuch hat. Die Mutter leidet still unter der neuen Konstellation, ohne jedoch aktiv zu werden. - Eine wirklich verzwickte Situation für alle Beteiligten, die die Autorin mit viel Humor langsam aufrollt und zu einem Happy End für fast alle bringt. Ohne banal zu werden, oder Menschen und Situationen zu beurteilen, beschreibt sie mit viel Sympathie, wie sich die Protagonisten mit ihren am Anfang klaren Beziehungen auf neue Menschen einstellen und in der Lage sind, ohne auszuschließen oder links liegen zu lassen, wirkliche Freundschaften mit Vertrauen aufzubauen. Sehr zu empfehlen.
Lili Aignesberger
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Josef und Li
Anna Vovsová
Heyne (2011)
315 S. : Ill., Kt.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 11