Die Heimkehrer
Lauritz, Oscar und Sverre Lauritzen konnten einst in Dresden ein Ingenierstudium absolvieren. Die daraus resultierende Verpflichtung, in Norwegen als Fachleute zu arbeiten, erfüllte nur Lauritz. Oscar verschlug es nach Afrika und Sverre folgte einem
reichen Adeligen als Lebenspartner nach England. Nach dem Krieg treffen sich die Brüder wieder in Berlin. Nur Oscar hat es durch Glück zu Wohlstand gebracht und er schafft damit die Basis für erfolgreiche Unternehmungen in Berlin für sich und Sverre und in Stockholm für Lauritz. Doch in der Weimarer Republik sind die Zeiten unruhig und die Geschäfte schwierig. Nach der Machtergreifung der Nazis flüchtet der homosexuelle Sverre nach Schweden. Oscar hingegen will seine Geschäfte in Deutschland nicht so einfach aufgeben. - Nach "Die Brückenbauer" und "Die Brüder" (BP/mp 12/866, 14/107) stellt dieser Band nun wohl den abschließenden Teil der Geschichte dar. Zum Verständnis des Geschehens liefert der Autor hinreichend Erklärungen über Vergangenes, insofern kann das Buch durchaus auch gut als Einzelband gelesen werden. Die Familienverhältnisse von Lauritz und Oscar werden ausführlich thematisiert; die Charaktere aller sind gut dargestellt. Großen Raum nehmen die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Berlin ein; da wird gerade für deutsche Leser viel allzu Bekanntes geschildert; für Schweden mag das etwas anders sein. Aber der Roman liest sich gut; er ist unterhaltsam, auch spannend und kann gerne empfohlen werden. (Übers.: Lotta Rüegger, Holger Wolandt)
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Heimkehrer
Jan Guillou
Heyne (2014)
479 S.
fest geb.