Schicksalsjahre

Lauritz Lauritzen, ein gebürtiger Norweger mit einer deutschen Frau, baut im schwedischen Norrland eine Betonbrücke. Es herrscht Spannung im Land, weil die deutschen Truppen Norwegen besetzten. Lauritzen setzt eher auf einen deutschen Sieg; seine Schicksalsjahre Familie ist gespalten: die eine Tochter arbeitet für den schwedischen Geheimdienst, die andere engagiert sich im Widerstand und der älteste Sohn ist der SS beigetreten. Bei diversen Familienfeiern kommt die Tagespolitik immer wieder zur Sprache, auch wenn man das Thema Krieg tunlichst meiden will. Lauritzen verliert seine Ehefrau, zeugt aber mit seiner Vermieterin in Norrland einen Sohn. Auch die Töchter scheren aus den Konventionen der schwedischen Gesellschaft aus. Sein zweiter Sohn kommt bei einer Schiffexplosion ums Leben. Bei Kriegsende ist nichts mehr so, wie es war. - Der Roman setzt die Reihe um die Gebrüder Lauritzen fort (zul. "Heimkehrer", BP/mp 15/103). Nicht die bekannten Abläufe der Kriegsmaschinerie sind das hervorstechende Thema, eher die Reaktionen der nordischen Staaten. In ein fein ziseliertes Bild der schwedischen Oberschicht bettet der Autor sie ein: Lebensmittelrationierungen, Einberufungen als Soldaten, aber auch die ambivalente Haltung zu den Kriegsparteien. Vor diesem Hintergrund zerbricht die familiäre Welt der Hauptfigur. Ein Gesellschaftsroman traditionellen Stils vor einem für Deutsche besonders interessanten Hintergrund. (Übers.: Lotta Rüegger und Holger Wolandt)

Pauline Lindner

Pauline Lindner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Schicksalsjahre

Schicksalsjahre

Jan Guillou
Heyne (2015)

431 S.
fest geb.

MedienNr.: 583830
ISBN 978-3-453-27029-9
9783453270299
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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