So ist das nie passiert

Die acht Menschen, die sich zum Abendessen treffen, sind durch langjährige Beziehungen verbunden, oder werden neu in den Freundeskreis eingeführt. Die Idylle bekommt immer wieder Risse. Und das nie aufgeklärte Verschwinden Laikas, Schwester einer So ist das nie passiert der Frauen überschattet noch nach 25 Jahren nicht nur deren Leben. In Rückblenden berichten Willa (eben jene Schwester), ihre Freundin und später auch die verschwundene Schwester selbst, wie der tyrannische und sadistische Vater das Leben seiner Töchter zerstörte. Laika konnte sich dem durch Flucht entziehen, Willa durch selbstzerstörerische Anpassung. Der Schmerz um die verlorene Schwester begleitet sie, bis sie Laika wiederfindet. Erinnerung und deren Zuverlässigkeit spielt eine Rolle im Rückblick auf traumatische Erlebnisse. Das große Thema sind die verschiedenen Beziehungen zwischen den Protagonisten. Die Autorin beschreibt toxische, die ihre Mitmenschen brechen, und heilsame, die solche Zerstörungen reparieren. (Der englische Titel "Things don't break on their own" trifft sehr viel genauer.) Sehr empfehlenswert für psychologisch Interessierte.

Lotte Schüler

Lotte Schüler

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

So ist das nie passiert

So ist das nie passiert

Sarah Easter Collins ; aus dem Englischen von Beate Brammertz [und zwei weiteren]
Heyne (2024)

399 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 617663
ISBN 978-3-453-27451-8
9783453274518
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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