Das Lied der Tiefe
Lady Imogen Nel wächst als Mündel des grausamen Königs Nemea auf der Insel Seraf auf. Der König hat geschworen, jede Sirene zu töten, derer er habhaft wird, ohne dabei zu ahnen, dass Imogen und ihre Zofe beide Sirenen sind. Als Imogen sich kurz
vor ihrer Hochzeit zum ersten Mal verwandelt, muss sie mithilfe des attraktiven Königs Theodor von Varya fliehen. Der junge König tut dies nicht ohne Hintergedanken. Er vermutet bei Imogen, ähnlich wie bei sich selbst, die Kräfte eines Halbgottes und will sie nutzen, um die gefürchtete Göttin Eusia zu töten. Doch was als Zweckgemeinschaft beginnt, wandelt sich bald in ehrliche Zuneigung, und Imogen und Theodor müssen um eine gemeinsame Zukunft in Freiheit kämpfen. – Diese neue Romantasy fußt eigentlich auf einem spannenden Setting in einer Inselwelt mit Sirenen, anderen menschenähnlichen Meereswesen und menschlichen Halbgöttern. Leider ist die Ausführung sehr schwach, die Figuren nicht gut ausgearbeitet und die Dialoge langatmig und bisweilen vulgär. Die unklare Gefühlswelt der Hauptcharaktere trägt auch nicht zum Fortschritt der Geschichte bei und so verliert sich die Aufmerksamkeit des Lesenden recht schnell. Dieser Roman ist kein Muss.
Stefanie Simon
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Lied der Tiefe
Kalie Cassidy ; aus dem Amerikanischen übersetzt von Leonora Tomaschoff
Heyne (2025)
413 Seiten
fest geb.