Plant Lady
Yu-hee eröffnet einen Pflanzenladen in einer wenig einladenden Gegend in einer koreanischen Stadt. Diese verändert sich positiv. Das Geschäft wird immer beliebter, was nicht zuletzt an der freundlichen kompetenten Art der Besitzerin liegt. Der Laden
entwickelt sich geradezu zu einem Therapiezentrum. Viele Leute kommen, um sich Rat zu holen und Pflanzen zu kaufen. Dazu gesellen sich Männer mit unlauteren Absichten, die plötzlich und unerklärlich verschwinden. Dafür entwickelt Yu-hees neuer Dünger unvermutete Wuchskräfte. Einige Vermisstenfälle liegen auf dem Tisch der Polizei, die recherchierten Wege der Vermissten kreuzen sich im Blumenladen. Doch Polizist Do-kyong findet trotz seines Bauchgefühls, dass mit Yu-hee etwas nicht stimmt, keinen Zugang zu den Fällen und keine Möglichkeit, sie zu überführen. Yu-hee versucht ihre eigene Vergangenheit zu bewältigen, indem sie Frauen aus ihrer jeweils tragischen Lage durch Befreiung von ihrer Bedrohung hilft. – In sechs Kapiteln mit Pflanzennamen als Überschrift erzählt die koreanische Autorin, angesiedelt in für Europäer ungewohnter Umgebung, einen einerseits wunderbar amüsanten Kriminalroman, auch als Liebeserklärung an Pflanzen, andererseits setzt sie sich mit sehr ernster und aktueller Thematik auseinander: Wie gehen Frauen mit der Belästigung durch Männer um? Allen Büchereien nicht nur als Unterhaltungsliteratur, sondern auch zum Nachdenken sehr empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Plant Lady
Minyoung Kang ; aus dem Koreanischen von Kyong-Hae Flügel
Wilhelm Heyne Verlag (2025)
205 Seiten
fest geb.