A Forbidden Alchemy - Das Geheimnis der Alchemistin
Ein fiktives England inmitten der Industriellen Revolution: Während unterprivilegierte Arbeiter in den Bergwerken schuften, lebt die herrschende Kaste auf ihre Kosten. Die junge Nina stammt aus der unterprivilegierten Schicht. Sie kann dem nur entkommen,
wenn sie in die Metropole Belavere geht, um an der sogenannten „Artisan“-Akademie die Alchemie zu studieren und zu den magiebegabten Artisans aufzusteigen. Als sie den jungen aufmüpfigen Patrick kennenlernt, ist sie zunächst nicht von ihm angetan. Doch als sie sich näher kennenlernen, verlieben sich beide ineinander. Aber das Leben stellt ihre Beziehung auf eine harte Probe: Nina macht einen glänzenden Abschluss und wird Artisan, während Patrick in die heimischen Minen zurückkehrt und sich den Rebellen anschließt. Irgendwann treffen sie in unterschiedlichen Lagern als Gegner aufeinander und müssen sich entscheiden: Für ihre gesellschaftliche Aufgabe oder für die Liebe. – Autorin Stacey McEwan hat bislang Jugendbücher geschrieben. Das neueste Buch ist – so kann man dem Klappentext entnehmen – ihr erster Ausflug in die Erwachsenenliteratur. Doch die gesamte Handlung, ihr Stil und die Modellierung der Protagonisten zeigt: Avisierte Leser sind Jugendliche ab 16 bis junge Erwachsene von maximal Anfang 20 mit noch nicht sehr ausgereifter Leseerfahrung und Hang zu Fantasy. Das zeigt schon das nicht sehr kreative, weil schon sehr abgegriffene Muster: junges armes Mädchen möchte ihrem Milieu entfliehen und Karriere machen. Auch die Entwicklung der zunächst eher feindseligen Beziehung zu Liebe und die dramatische Steigerung, dass beide in feindlichen Lagern aufeinandertreffen, ist sattsam bekannt. Schließlich passt auch der Stil zu der genannten Zielgruppe: Es ist eher der saloppe Slang Jugendlicher als eine Sprache, die der im Roman geschilderten Zeit eher entsprechen würde, was beim Lesen doch immer wieder irritiert – historische Authentizität erreicht man damit nicht. Zudem spricht es auch eher für ein jugendliches Publikum, dass der englische Titel beibehalten würde – das wirkt eher hip und modern und mag es fördern, dass jüngere Leser zum Buch greifen. Der Untertitel hingegen ist eine ebenfalls nicht sehr kreative Reminiszenz an die typischen historischen Romane der 80er und 90er Jahre. Durchaus ärgerlich für die Leser dürfte es sein, dass sie sich durch 570 Seiten kämpfen müssen und dann die Handlung an spannendster Stelle einfach abbricht. Einen Cliffhanger sollte man als erfahrene Autorin besser konstruieren können. – Der Roman wird bei jüngeren Lesern sicher auf begeisterte Leser treffen, die zum Teil wohl auch als begeisterte Anhänger auf die Fortsetzung der Serie warten. Allerdings gibt es auf dem Fantasy- und Romantasy- (so wird die Gattung dieses Buches auf dem Klassentext definiert) ungleich mehr und besseres als dieses Erwachsenenbuch-Debut von Stacey Mc Ewan.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
A Forbidden Alchemy - Das Geheimnis der Alchemistin
Stacey McEwan ; aus dem Englischen von Ariane Yoshihiro-Storm
Wilhelm Heyne Verlag (2026)
416 Seiten
fest geb.