Fleisch essen, Tiere lieben
Dürfen verantwortungsvolle Menschen kein Fleisch essen und zerstören Nicht-Vegetarier unser Ökosystem? Der Verdienst dieses Buches besteht darin, den oft ideologisch beeinflussten Streit um diese wichtige Frage darauf zu reduzieren, was er ist -
nämlich ideologisch. Die Autorin weist anhand vieler im Anhang belegter Studien nach, dass die Lösung des globalen Ernährungsproblems - Tod durch Verhungern neben Tod durch Fettsucht - nicht darin besteht, konsequent Fleisch aus dem Speiseplan zu streichen. Tiere und deren Tod gehören in den natürlichen Kreislauf des Lebens wie auch Pflanzen und deren Tod. Die Frage ist nicht, was die Menschheit isst, sondern wie viel und vor allem unter welchen Bedingungen diese Lebensmittel erzeugt werden. Das kann bei Pflanzen genauso problematisch sein wie bei Tieren, das heißt Monokulturen auf dem Acker sind genauso schädlich wie Massentierhaltung im Stall. In diesem Sinne ist das Buch, auch wenn es ein paar Ungereimtheiten und viel Redundanz bei dem auch für Laien gut verständlich geschriebenen Text gibt, unbedingt empfehlenswert. (s. auch Karen Duve: Anständig essen, in diesem Heft)
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Fleisch essen, Tiere lieben
Theresa Bäuerlein
Ludwig (2011)
159 S.
kt.