Übers Wasser
Als Andreas Gabriel 2006 seinen insolventen Maurerbetrieb schließen muss, verliert er den Halt in seinem Leben. Er hat kein Vertrauen mehr in sich selbst und in andere Menschen. Um beides wiederzuerlangen, baut er sich ein Boot aus zwei Kajaks und
Schiffs- und Optimistenbauteilen. Er will von seinem Heimatort Tönning in Norddeutschland durch die Flüsse bis zum Schwarzen Meer, durchs Mittelmeer und den Atlantik zurück nach Hause. Ein Trip, den er ganz ohne Geld bewältigen will, angewiesen auf mitmenschliche Hilfe. Er muss die Reise zweimal unterbrechen, schafft es aber im Laufe von drei Jahren zwischen 2011 und 2013 sicher nach Tönning zurückzukehren. Das Buch ist ein Reisebericht über diese beeindruckende Reise, die er tatsächlich nur mithilfe der Menschen in Europa und anderer Segler bewältigt, die er auf dem Wasser und in Häfen trifft. Eine unglaubliche Leistung des Autors, aber auch ein gutes Zeichen, dass sehr viele Menschen noch immer Hilfsbereitschaft zeigen. Daher ist das Buch, obwohl es oft segeltechnische Erzählungen beinhaltet, nicht nur für Segelfans interessant.
Stefanie Simon
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Übers Wasser
Andreas Gabriel
Ludwig (2014)
301, [16] S. : Ill. (farb.), Kt.
fest geb.