Hoffnung
Hoffnung, so der Titel, das ist es, was die 16-jährige Jonna dringend braucht. Eine richtige Familie, mit Zuwendung, Liebe und echtem Interesse. Aber als ungewolltes Kind bei einer alkoholabhängigen Oma lebend, die Mutter entweder bei der Arbeit
oder mit ihrer neuesten Liebschaft unterwegs, wird sie immer wieder enttäuscht, auch wenn ihre Ansprüche auf gemeinsame Familienzeit mittlerweile auf ein Minimum geschrumpft sind. Sie bricht aus, fährt von der Kleinstadt Kolsva in die Metropole Stockholm mit der Hoffnung, dort ein neues Leben zu finden. Aber schnell muss sie feststellen, dass all ihre Träume zerplatzen und es für sie nur einen Platz auf der Straße gibt. Kälte, Hunger, die tägliche Suche nach einem Schlafplatz, aber auch erste freundschaftliche Annäherungen an andere Mädchen in ähnlicher Situation bestimmen ihre Tage in der winterlichen Hauptstadt. Unaufdringliche Hilfe erfahren die Mädchen bei der Stockholmer Stadtmission, die mit "ENTER" einen warmen Treffpunkt für Mädchen anbietet. Ein erster Hoffnungsschimmer auf Hilfe, um mit dem eigenen Leben zurechtzukommen, keimt auf. - Eine eindringliche Geschichte von benachteiligten Mädchen in einer reichen Gesellschaft, die sehr differenziert und einfühlsam Gefühlslagen, Träume, Hoffnungen, aber auch Enttäuschungen und Zurücksetzungen thematisiert. Überall empfohlen! (Übers.: Susanne Dahmann)
Karin Steinfeld-Bartelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Hoffnung
Åsa Anderberg Strollo
Heyne (2013)
303 S.
kt.