Das Flüstern der Marsch

Mai 2024: Die Ich-Erzählerin Mona besucht ihre Großeltern im Marschland der Elbe. Sie wundert sich, dass Oma Annemie ihr nicht die Tür aufmacht. Oma scheint nicht da zu sein und Opa Karls Antworten sind einsilbig. Mona ruft ihre Onkel Sven und Stefan Das Flüstern der Marsch herbei, letztlich wenden sie sich an die Polizei. Oma bleibt verschwunden. – Katja Keweritsch lässt in ihrem Roman vier Frauen aus verschiedenen Generationen zu Wort kommen. Alle setzen sich mit dem Thema Mutterschaft und ihrer Rolle in der Gesellschaft auseinander. So springt die Handlung zwischen den Zeiten und Personen hin und her: Die Biologiestudentin Freya macht sich im Jahr 1994 Sorgen um ihren Bruder Ayko, der ebenfalls verschwunden ist. Im weiteren Verlauf des Romans erfährt man, dass Oma Annemie sich in ihrer Jugend in ihren Deutschlehrer Wolf Schrader verliebt hatte. Und Monas Tante Janne stößt bei der Organisation ihrer fünfköpfigen Familie an ihre Grenzen. – Der Roman entrollt eine verwickelte Familiengeschichte, die sich auf der Folie der sogenannten „Schwarzen Pädagogik“ abspielt, die Emotionslosigkeit und Bindungsarmut in der Erziehung propagierte. Er hat berührende Protagonistinnen, ist geheimnisvoll und spannend zu lesen. Und das Marschland spielt auch eine Hauptrolle. – Sehr gerne empfohlen, auch zur Diskussion in Literaturkreisen.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Flüstern der Marsch

Das Flüstern der Marsch

Katja Keweritsch
Hoffmann und Campe (2025)

379 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 623606
ISBN 978-3-455-02015-1
9783455020151
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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