Goethes Freunde in Gotha und Weimar
Dass Goethes Beziehungen in der Weimarer Zeit über das Herzogtum Sachsen-Weimar (ab 1809 Sachsen-Weimar-Eisenach) hinaus in den Thüringer Raum nach Jena, Schwarzburg-Rudolstadt, Meiningen und eben auch Gotha eng gespannt waren, ist weithin bekannt.
Zu DDR Zeit ging bereits der Goethe-Forscher Karl-Heinz Karpinski den Spuren in Gotha nach. Nun hat Sigrid Damm, bekannt durch den Blick auf die weibliche Seite der Goethe Entourage, etwa in ihrer wunderbaren Recherche zur Ehefrau Christiane, das persönlich biografische Moment an der Beziehung Goethes zu ihrer Heimatstadt ausgebreitet. Damit ist auch dieser Beitrag zu Goethes Biografie ein (wohlgleich unausgesprochen) sehr persönlicher. Entsprechend liest sich Sigrid Damms Bericht flüssig, unterhaltend und ist doch mit aller historischen Akribie versehen, die dem aktuellen Stand der Goetheforschung entspricht. Ein freundliches und für Goethe Freunde empfehlenswertes Buch, das ohne Räsonieren - etwa über Goethe psychische Konstitution mit Blick auf sein Verhältnis zum herrschenden Adel - und auch ohne weitschweifige historisch politische Einführungen auskommt. Geeignet ist dies nur für große Bestände oder als Empfehlung für Goethe Liebhaber.
Helmut Krebs
rezensiert für den Borromäusverein.
Goethes Freunde in Gotha und Weimar
Sigrid Damm
Insel (2014)
239 S.
fest geb.