So glücklich wir waren
Als Antonia ein Kind erwartet, erfährt sie von ihrer Mutter Alma, dass diese einen Bruder hatte, mit dem sie ihre glücklichste Zeit in Kindheit und Jugend verbrachte, bevor dieser auf immer verschwand und damit die Familie zerbrach und die Heimat
verließ. Antonia macht sich auf den Weg nach Ferrara, dem Ort des mysteriösen Geschehens, um den Geheimnissen der Vergangenheit auf die Spur zu kommen. Dabei tun sich Abgründe auf und das Bild der Mutter muss neu gezeichnet werden. - Der Roman bedient sich zweier Perspektiven: der der Tochter und der der Mutter. So wird auch sprachlich zwischen diesen beiden Erzählweisen differenziert, wodurch die Figurendarstellung der warmherzigen Antonia und der distanzierten Alma umso plastischer wird. Philosophisch anmutende Exkurse und Landschaftsbeschreibungen machen den Roman zu einem komplexen und abwechslungsreichen Leseerlebnis, dass in der Handlung immer spannend bleibt und auch am Ende keine billige Lösung bietet. Besonders und empfehlenswert. (Übers.: Julika Brandestini)
So glücklich wir waren
Daria Bignardi
Insel-Verl. (2016)
317 S.
fest geb.