Der Gesang des Wals
Der Wal lädt ein Kind ein, die faszinierende Welt der Meere zu erkunden. Gemeinsam schwimmen sie los, spielen im Wasser, begegnen Delfinen und tauchen zu einem versunkenen Schiffswrack. Ein Eisberg wird sichtbar, in der Ferne fressen zwei Eisbären
friedlich. Das Kind erkennt die Schönheit des Meeres, sieht aber auch die Bedrohung, der es ausgesetzt ist. Am Meeresgrund liegt Müll, und als der Wal sein Maul öffnet, um Nahrung aufzunehmen, verschlingt er unfreiwillig kiloweise menschlichen Abfall. Zu Beginn der Reise war der Wal noch fröhlich, nun ist er traurig. Das Kind versteht den Grund: Plastiktüten, Verpackungen und entsorgte Netze werden ins Meer geworfen und schaden den Tieren dort erheblich. Das muss sich ändern, denkt das Kind, und verspricht dem Wal, allen von der Verschmutzung zu erzählen. Der Appell am Ende des Buches richtet sich an uns Menschen: Haltet die Meere sauber! – Die poetische Geschichte über die bedrohte Wunderwelt der Meere vermittelt ihre Botschaft auf sanfte Weise und entfaltet dadurch eine starke Wirkung. Fein gezeichnete, detaillierte und abwechslungsreiche Illustrationen fesseln den Blick und laden zum genauen Hinsehen ein. Weniger erfreulich ist der Text in Reimform. Er wirkt oft hölzern und mindert ein wenig die Freude an diesem pädagogisch wertvollen Bilderbuch.
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Gesang des Wals
Karen Swann ; illustriert von Padmacandra ; aus dem Englischen von Jörg Hilbert
Insel Verlag (2023)
[38] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 3