Die Stimmen des Yucumã
Aufgrund schlimmer Ereignisse in der Geschichte ihrer Familien sind sie seit Jahren völlig verfeindet: Olga, Journalistin und Assistentin eines korrupten brasilianischen Abgeordneten, Chaya, Rangerin im Turvo-Nationalpark an der Grenze zu Argentinien
und Chayas Cousine Preta, die Anführerin der Pies Rubros, einer Gruppe von Wilderern und Schmugglern. Doch als ein ominöses Staudammbauprojekt durchgesetzt werden soll, durch das der Park und seine Tiere, die Bewohner der umliegenden Städte und Dörfer und ein einzigartiger Wasserfall in ihrer Existenz bedroht sind, treffen die drei wieder aufeinander und sind gezwungen, gemeinsam zu kämpfen, um ihre Heimat zu retten. Dabei arbeiten sie letztendlich auch ihre Vergangenheit und die Geschichte ihrer Familien auf und werden schließlich zu Freundinnen. – Wie die junge, in ihrer brasilianischen Heimat schon sehr erfolgreiche Autorin es schafft, durch einen mitreißenden Stil und eine spannende, ja (im besten Sinne des Wortes) dramatische Story ihre Geschichte zu schreiben, das erinnert schon an die großen Zeiten der lateinamerikanischen Literatur in der zweiten Hälfte des 20. Jh. Zum Glück ist auch die Übersetzung von Nicolai von Schweder-Schreiner ins Deutsche sehr gelungen! "Die Stimmen des Yucuma" wird man, hat man einmal begonnen, kaum mehr aus den Händen legen, bis man die letzte Seite gelesen hat. Dieser Roman ist der erste der Autorin auf Deutsch, eine wunderbare literarische Entdeckung des Insel Verlags. Man wünscht sich, bald weitere Kretzmann-Romane auf Deutsch lesen zu können.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Stimmen des Yucumã
Morgana Kretzmann ; aus dem Portugiesischen von Nicolai von Schweder-Schreiner
Insel Verlag (2025)
261 Seiten
fest geb.