Dem Juden Jesus auf der Spur
Der Theologe und freie Autor engagiert sich besonders für die Überwindung der christlichen Judenfeindschaft. In einem kurzen Traktat beschreibt er die jüdischen Wurzeln von Jesus, denen er anhand des Neuen Testaments nachgeht. Sein Anliegen ist
es, das Ungleichgewicht, das aus der theologischen Überbetonung der Gottessohnschaft Jesu entstanden ist, zu entschärfen. Inhaltlich geht es vor allem um die Rolle der Thora und den Umgang mit den Geboten, zu denen Jesus sich in den Evangelien beständig in Beziehung setzt. Im Gegensatz zu einer starken Opposition Jesu gegen die jüdische Auslegung, die in der christlich-theologischen Geschichte favorisiert wurde, wird hier seine Nähe zu einer alltäglich-lebbaren Deutung sichtbar, die nicht zu Abgrenzung, sondern zu einer Vertiefung der biblischen Botschaft im Sinne der Evangelien führt. Gut verständlich und geeignet für eine biblisch und am jüdisch-christlichen Gespräch interessierte Leserschaft.
Susanne Körber
rezensiert für den Borromäusverein.
Dem Juden Jesus auf der Spur
Norbert Reck
kbw bibelwerk (2024)
77 Seiten
kt.