Helden
Gerade noch dem Tod auf dem Baugerüst am Kölner Dom entronnen, landet Jacop in einer ihm neuen Welt: Er darf eine Lehre bei einem Kölner Kaufmann beginnen, bereist die Welt und findet sich inmitten der gewaltsamen Wirren um die Reformen des Königsamts
in England wieder. Dabei wird er immer wieder von den Geistern seiner Vergangenheit heimgesucht. – Der Roman schließt inhaltlich direkt an Schätzings Debüt "Tod und Teufel" von 1995 an (vorherige Lektüre ist sinnvoll, aber nicht unbedingte Voraussetzung). Seinerzeit ging es "nur" um Köln und den Dombau. Nun entfaltet Schätzing das ganz große Panorama einer spannenden Phase der europäischen Geschichte, in der sich ausgehend von Italien bahnbrechende Ideen insbesondere für den Geld- und Warenverkehr ausbreiteten. Nun gut, über 1.000 Seiten sind mal wieder ein ganz schöner Wälzer. Schätzing beweist hier aber aufs Neue, dass er ein meisterhafter Erzähler und gewissenhafter Rechercheur ist. Langeweile kommt keine auf, wenn man auch bei den vielen Rückblenden einigermaßen aufmerksam lesen muss. Fans haben ohnehin schon lange auf diese Fortsetzung von "Tod und Teufel" gewartet. Aber auch andere "Historisches"-Leser:innen (ja, auch und vielleicht sogar gerade Männer!) werden ihren Spaß an der Lektüre haben. Und das Beste: Ein abschließender dritter Band um Jacop den Fuchs ist schon angekündigt.
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
Helden
Frank Schätzing
Kiepenheuer & Witsch (2024)
Jacop der Fuchs-Trilogie ; [2]
1035 Seiten
fest geb.