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Ein Design-Magazin beauftragt den Schweizer Innenausstatter Paul „das perfekte Weiß“ für eine dunkle Halle in Stavanger zu finden. Paul fliegt nach Norwegen, wo sich in einem ehemaligen NATO-Bunker ein gigantischer Cloud-Speicher befindet. –
Abrupter Szenenwechsel: Ildr, fast noch ein Kind, hat auf der Rehjagd mit Pfeil und Bogen einen Mann getroffen. Sie zieht ihn zu sich nach Hause und versorgt seine Wunde mit Moos. Er bittet sie, Wasser abzukochen, bevor sie mit ihren Händen seine Wunden berührt. Der Mann scheint viel über Heilung zu wissen, doch sonst wenig, nichts vom Gelben Tod, der ihr Dorf ausgelöscht hat, und nichts vom Herzog, dessen Soldaten ihn verfolgen. Auch für die Leser wirkt er wie aus der Zeit gefallen. – Der siebte Roman des vielschichtigen modernen Schweizer Autors Christian Kracht (zul. "Eurotrash", BP/mp 21/430) lässt Träume in die Realität eintreten und eine Sonneneruption die Dimensionen in Frage stellen. Die sich schnell abwechselnden Erzählstränge geben Rätsel auf, scheinen sich aufeinander zu beziehen. Wobei sich die Teile mit der klugen und wissbegierigen Ildr und dem geheimnisvollen Fremden interessanter lesen. Ab der Mitte des Romans stürzt Kracht seine Protagonisten in eine postapokalyptische Endzeitvision.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
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Christian Kracht
Kiepenheuer & Witsch (2025)
215 Seiten
fest geb.