Bis zum Mond

Der Debütroman verursachte mit seiner Mischung aus realen Bezügen und Feel-Good-Komponenten einen Hype in Südkorea. Er erzählt von drei Freundinnen, die in verschiedenen Abteilungen eines Süßwarenunternehmens arbeiten. Sie teilen ihre Mittagspausen, Bis zum Mond sind in einem Gruppenchat miteinander verbunden und alle drei nicht wirklich zufrieden mit ihrem Job. Ihre jährlichen Bewertungen, wichtig für die Karriere, verharren bei "M" wie mittelmäßig. Bewegung kommt in die Sache, als Eun-sang in Kryptowährung investiert. Schnell ist die Ich-Erzählerin Da-hae mit dabei, während Ji-song sich zunächst vehement dagegen auflehnt und so einige Konflikte entstehen. Langsam aber sicher verändert sich das Leben mit den meist steigenden Aktien der Kryptowährung. Dabei wird deutlich, wie die Gesellschaft in Korea tickt, was zählt, wer von wem warum abhängig ist. Fast alles dreht sich um die Arbeit. Voller Spannung verfolgen die Leser:innen, wie der Kryptowahn die Freundinnen packt; bis kurz vor dem Ende bleibt offen, ob sie einem Crash zum Opfer fallen oder mit Gewinn den Absprung schaffen. – Fesselnd sind die vielen kleinen ausführlich beschriebenen Szenen mit den drei Freundinnen ebenso wie die Gedankenwelt der Ich-Erzählerin. Der Roman gibt verblüffend unkomplizierten Zugang zu der koreanischen Welt, zeigt ein neues Bild von der Frau in Korea und enthält wesentliche Elemente des Feel-Good-Genres, die besonders in der Entwicklung der Beziehung ihren Ausdruck finden. – Allen Beständen sehr empfohlen als frische, spritzige Lektüre.

Susanne Körber

Susanne Körber

rezensiert für den Borromäusverein.

Bis zum Mond

Bis zum Mond

Jang Ryujin ; aus dem Koreanischen von Jan Henrik Dirks
kiwi sphere (2025)

317 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 624016
ISBN 978-3-462-01018-3
9783462010183
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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