Aprikosenkind
Endlich darf Nathalie ein glückliches Leben führen. Sie hat einen aufmerksamen und fürsorglichen Mann, ein tolles Kind und ein Haus auf dem Land. Nur leider ist die Tochter Ruby, die ihr Mann Gabriel mit in die Beziehung gebracht hat, nicht altersgerecht
entwickelt. Sie geht in den Kindergarten und ist dort den anderen Kindern hinterher. Zudem sucht sie keine sozialen Kontakte. Das beunruhigt Nathalie sehr. Doch da sie und Gabriel vor der drogenabhängigen Mutter von Ruby geflohen sind, können sie keinen Arzt aufsuchen, weil sie Ruby sonst vielleicht finden könnte. Dann wäre all ihr aufgebautes Glück dahin. Doch Nathalie möchte Ruby so gerne helfen lassen. Wird ihr das zum Verhängnis? Oder ist doch alles ganz anders als es scheint? Ein hervorragender Thriller über krankhafte Beziehungen, Manipulation und Zwänge. Der Autorin gelingt es, dass man als Leser immer wieder überlegt, was man sich jetzt als nächstes für die Protagonisten wünschen würde. Der Nervenkitzel wird nach und nach immer stärker. Nachdem die Autorin das ganze Konstrukt an Charakteren und Handlung aufgebaut hat, könnte es gut und gerne noch etwas weitergehen. Das Buch endet leider etwas abrupt. Aber dennoch gibt es eine klare Leseempfehlung für alle Thriller-Fans.
Corinna Meierhöfer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Aprikosenkind
Judith Merchant
Kiepenheuer & Witsch (2026)
373 Seiten
kt.