Die Frauen von Savannah
Hilflos muss die Ich-Erzählerin Cecelia zusehen, wie ihre Mutter immer seltsamer wird. Schon meiden die Kinder sie in der Schule. Cecelia zieht sich zurück, liest sehr viel und findet bei einer alten Nachbarin ein bisschen Nestwärme. Dann verunglückt
die Mutter tödlich. Der fast immer abwesende Vater bringt die 12-Jährige von Ohio weg zu ihrer Großtante Tootie. Sie bewohnt im US-Bundesstaat Georgia ein wunderschönes altes Haus, führt ein geselliges Leben und freut sich unbändig, dass Cecelia von nun an bei ihr leben wird. Noch ist das introvertierte Mädchen geschockt von den Erlebnissen ihrer unmittelbaren Vergangenheit. Allmählich öffnet es sich. Das verdankt CeeCee unter anderem der Herzenswärme von Oletta. Die farbige Hauswirtschafterin liebt sie wie ihre eigene Tochter und lässt sie alles an positiven Gefühlen nachholen, was ihr bislang vorenthalten wurde. - Beth Hoffmans gefühlvoll und lebendig erzähltes Debüt blickt tief in das Herz eines einsamen Kindes. Ihre meisterhaft gestalteten Frauen von Savannah, Tootie, Oletta und deren Freundinnen, verströmen Güte, Zuneigung und Menschlichkeit, dass einem beim Lesen warm ums Herz wird. Unbedingt einstellen. (Übers.: Isabel Bogdan)
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Frauen von Savannah
Beth Hoffman
Kiepenheuer & Witsch (2011)
352 S.
fest geb.