So was von da
Eigentlich wäre er vollauf mit der schrecklichen Tatsache bedient, dass er nicht mehr mit Mathilda zusammen ist - seit drei Jahren! Doch als Oskar Wrobel am 31.12. in seiner Wohnung in Hamburg aufwacht, plagt ihn noch ein anderer Gedanke: Es ist die
letzte Nacht des Klubs, den er vor einem Jahr mit seinem Kumpel gegründet hat und der nun vor der Pleite und er vor jeder Menge Schulden steht. Als plötzlich Kiezkalle seine Bude stürmt und 10.000 Euro verlangt, ist Oskar klar: Dieser Tag kann nicht gut werden ... - In einer Mischung aus flotter Jugendsprache und eloquenten Wendungen treibt Tino Hanekamp den Protagonisten wie den Leser temporeich durch eine turbulente Nacht voller Überraschungen. Roadmovie-like fügt er eine Katastrophe an die nächste, ohne dabei aufdringlich zu werden. Vielmehr reißt einen der sympathische Losertyp Oskar sofort mit in eine Welt, in der Freundschaft und Kommerz, Liebe, Party und andere Drogen eine wichtige Rolle spielen. Alles scheint in diesem Buch Spitz auf Knopf zu stehen, was die temporeiche Sprache mit teils kurzen Gedankenfetzen des Protagonisten, teils witzige, aber dennoch vorwärtstreibende Gedankengänge und Ausformulierungen illustriert. Vieles darin erscheint übertrieben, aber zugleich realistisch - zumindest für eine Wahnsinnssilvesternacht im Kiez. Für aufgeschlossene jüngere Leser/innen ein wahrer Lesegenuss!
Sonja Schmid
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
So was von da
Tino Hanekamp
Kiepenheuer & Witsch (2011)
301 S. : Ill.
kt.