Drei Tage im Paradies

Schon als Kind war Faber anders; er sonderte sich ab und war gerne allein. Es gibt da etwas in seinem Leben, was er nicht so recht einordnen kann. Die üblen Nachtträume endeten aber mit dem Weggang des Vaters. Seine Mutter beantwortete alle Fragen Drei Tage im Paradies mit dem lapidaren Hinweis, dass er nicht wieder zurückkäme; er sei tot. Und nun erhält Faber, nach vierzig Jahren, einen lapidaren Brief, in dem er von seinem Vater gebeten wird, nach Griechenland zu kommen. Er wolle ihn noch einmal sehen. Faber, nunmehr hochbezahlter Reportagefotograf, will sich der Aufforderung verschließen. Nun kommen auch die Träume aus der Kindheit wieder. Er entschließt sich entgegen seiner ersten Reaktion, doch nach Griechenland zu reisen und diese einsame Insel aufzusuchen, die sein Vater ihm genannt hat. Er will sich seiner Vergangenheit, der immer wieder verdrängten Kindheitserfahrung, stellen. Er stößt auf allerlei Relikte aus der Vergangenheit, aber er findet weder seinen Vater noch die erhoffte Klarheit. Er muss erkennen, dass er die erhoffte endgültige Wahrheit auch in der vermeintlichen Paradieswelt nicht finden wird. - Der Autor erzählt schnörkellos mit klarer, prägnanter Sprache. Seine Landschaftsbeschreibungen und die Charakterisierung der Protagonisten sind überaus eindrucksvoll. Eine sehr lohnende Lektüre.

Erwin Wieser

Erwin Wieser

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Drei Tage im Paradies

Drei Tage im Paradies

Werner Köhler
Kiepenheuer & Witsch (2011)

220 S.
fest geb.

MedienNr.: 568070
ISBN 978-3-462-04301-3
9783462043013
ca. 17,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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