Lieblingskinder

Eigentlich nervt er ja nur, der Vater von Rosalie. Ständig will er die Welt verbessern und ist irgendwelchen Skandalen auf der Spur. Darüber zerbrach seine Ehe und die erwachsenen Töchter gehen auf Distanz. Eines Tages ist er plötzlich weg, ohne Lieblingskinder eine Nachricht zu hinterlassen. Rosalie, eine erfolgreiche Staatsanwältin, macht sich auf Spurensuche im Haus und im Computer des Vaters. Und sie entdeckt reichlich beunruhigende Hinweise, die Schlimmes befürchten lassen. - Traudl Bünger schickt ihre Protagonistin Rosalie nicht nur auf die Suche nach dem Verbleib des Vaters, sondern auch nach dem Zustand der Vater-Tochter-Beziehung. In Rückblenden lässt die junge und etablierte Frau Erinnerungen Revue passieren, lässt auch schmerzliche Eindrücke zu, spürt Emotionen nach. Das wird teils mit einem Augenzwinkern ob der Schrulligkeit des Vaters, teils mit Wut im Bauch ob der Ausgrenzung durch Nachbarschaft und Schulfreunde erzählt. Hinzu kommt eine Liebesgeschichte, die in Kindertagen bereits ihren Anfang nahm und sich nun endlich erfüllt. Das höchst dramatische Ende setzt einen unbefriedigenden Schlusspunkt unter eine Geschichte, die gespickt ist mit Irrwegen, einigen Längen, unnötigen Manierismen, aber mit viel Talent erzählt ist. In größeren Beständen durchaus möglich!

Beate Mainka

Beate Mainka

rezensiert für den Borromäusverein.

Lieblingskinder

Lieblingskinder

Traudl Bünger
Kiepenheuer & Witsch (2012)

254 S.
fest geb.

MedienNr.: 357811
ISBN 978-3-462-04385-3
9783462043853
ca. 18,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.