Die Pharma-Lüge
Ben Goldacre schaut kritisch hinter die Kulissen klinischer Studien, über die fragwürdigen Methoden bestimmter Pharmafirmen und dem Versagen von Behörden. Der Leser erfährt, dass die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit vieler Medikamente gar nicht
so sicher ist, wie gemeinhin angenommen. Er liest von Vetternwirtschaft und wirtschaftlichen Interessen in der Pharmawelt, von manipulierten Studien und der Meinungsmache unter Ärzten. Goldacre erzählt im Grunde nichts wirklich Neues. Ihm gelingt es jedoch, Informationen zu bündeln, mit Beispielen zu untermauern und übersichtlich darzustellen. Zudem zeigt er auf, wie eine wirklich evidenzbasierte Medizin aussehen könnte. Zu kritisieren ist, dass das Bild oft arg düster erscheint und Patienten jedes Vertrauen in die auch vorhandene "gute" Medizin nehmen könnte. In allen Büchereien möglich.
Nicole Schuster
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Pharma-Lüge
Ben Goldacre
Kiepenheuer & Witsch (2013)
447 S. : Ill., graph. Darst.
kt.