Sturm

Der alternde Journalist Kyo kommt auf eine koreanische Insel und lernt dort die dreizehnjährige Halbwaise June kennen. - Das elternlose Mädchen Rachel kommt aus Ghana in die Pariser Banlieue, wird zur Brandstifterin und kehrt auf der Suche nach ihrer Sturm Mutter in ihre Heimat zurück. - Die neuen Novellen des Nobelpreisträgers Jean-Marie Gustave Le Clézio erzählen von Verzweiflung und Verlorenheit in einer Welt, die zu schnell ist, um 'bewältigt' oder gar verstanden zu werden. Seine Helden, Kyo, June, Rachel, sind Miniaturen von Ahab, des sagenhaften Kapitäns in Melvilles Wal-Epos. Sie sind besessen von ihrer selbsterwählten Aufgabe, halten aber dem Sturm nicht stand, der in Form von unglücklichem Schicksal, belasteter Vergangenheit, Melancholie und Gotteszweifeln auf sie zukommt. Als Hoffnungsfigur bleibt June, eine Muscheltaucherin, die zwar ihren Lebensfreund nicht von seinem Gewissen als Kriegsteilnehmer und Helfershelfer einer Vergewaltigung befreien kann, aber mit ihrer Liebe zum Meer und zu den Elementen einen fast tröstlichen Ausblick bietet. Eindringliche Erzählungen von der Suche nach einem festen Platz in einer hypermobilen Welt. (Übers.: Uli Wittmann)

Michael Braun

Michael Braun

rezensiert für den Borromäusverein.

Sturm

Sturm

J.M.G. Le Clézio
Kiepenheuer & Witsch (2017)

238 S.
fest geb.

MedienNr.: 588982
ISBN 978-3-462-04787-5
9783462047875
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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