Matcha-Tee am Montag

Die japanische Autorin erzählt in ihrem neuen Roman wieder von Menschen, die aus einer schwierigen oder unklaren Lebenslage einen Ausweg suchen. Jeder Monat des Jahres birgt eine neue Geschichte, die lose über Master, den Besitzer des Café Marble, Matcha-Tee am Montag verbunden sind. Wenige der Episoden spielen im Café, wie es der Klappentext fälschlicherweise vermittelt; der Ort des Geschehens wechselt zwischen Tokio und Kyoto. Die freundliche Leichtigkeit aber, die Master kennzeichnet und die letztlich alle zwölf Protagonisten aus ihren Zweifeln führt, bindet die Geschichten zu einem Ganzen zusammen. Immer geht es um menschliche Beziehungen, die oft mangels klarer Kommunikation kriseln. Da sind Großmutter und Enkelin, eine Dessousdesignerin oder der junge Mann, der sich von seiner Freundin trennt. Immer wieder geht es um Selbstvertrauen und darum herauszufinden, was diesen konkreten Menschen aus- und damit glücklich macht. – Ein liebevoll erzähltes Buch, aber keineswegs verspielt, sondern an aktuellen und alltagsnahen Lebenssituationen orientiert. Die Sprache lädt zum Mitgehen ein; und auch wer mit der japanischen Kultur nicht vertraut ist, findet sich gut zurecht. Die Geschichten sind voller Lebensweisheiten, die nicht als Belehrung daherkommen, sondern die Leser:innen mit Erkenntnissen beschenken und Mut zu Veränderungen machen. Allen Beständen nachdrücklich empfohlen.

Susanne Körber

Susanne Körber

rezensiert für den Borromäusverein.

Matcha-Tee am Montag

Matcha-Tee am Montag

Michiko Aoyama ; aus dem Japanischen von Sabine Mangold
Rowohlt Kindler (2025)

207 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 623979
ISBN 978-3-463-00065-7
9783463000657
ca. 23,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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