Als die Liebe zu Elise kam
Die Ich-Erzählerin Elise verlässt kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges Wien. In ihrem Gepäck befindet sich eine Viola, in der ihr Vater, ein Schriftsteller, das Manuskript seines neuesten Romans versteckt hat. Unwillig reist die junge Jüdin
aus gut bürgerlichem Hause ab, obwohl ihre Familie glaubhaft versichert, dass es bald ein Wiedersehen gibt. In dem herrschaftlichen Anwesen Tyneford Haus in England findet sie eine Anstellung im Haushalt. Kit, der Sohn des Besitzers, wird bald auf die sanfte Elise aufmerksam und verliebt sich in sie. Schon wirft der Krieg seine Schatten voraus. Verzweifelt versucht Elise, Kontakt zu ihren Eltern zu halten, sogar Kits Vater bemüht sich aufopfernd um eine Rettung der beiden Wiener Juden. Inzwischen hat sich Kit zum Kriegsdienst gemeldet, ein Entschluss, der das Leben aller unwiderruflich verändert wird. - Dass dieses außergewöhnlich berührende Buch in England ein Bestseller wurde, versteht man sofort, wenn man zu lesen anfängt. Eine der größten Begabungen der Autorin liegt in ihrer Fähigkeit, Landschaften und Personen so anschaulich zu gestalten, dass der Leser glaubt, er hätte sie vor sich. Dadurch entsteht eine Stimmung, die alle Geschehnisse und Gefühle noch intensiver werden lässt. Dies und die ausgezeichnete Übersetzung machen die tragische Romanze zu einer besonders empfehlenswerten Lektüre. (Übers.: Martin Ruben Becker)
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Als die Liebe zu Elise kam
Natasha Solomons
Kindler (2012)
508 S.
fest geb.