Der Schmerz verlassener Eltern

Wenn ein erwachsenes Kind, häufig aus "ganz normalen" Familienverhältnissen, den Kontakt zu seinen Eltern abbricht, bleiben diese meist tief verletzt und ratlos zurück. Wie konnte es so weit kommen? Claudia Haarmann gibt keine Tipps, wie der Kontakt Der Schmerz verlassener Eltern wieder hergestellt werden kann. Denn dies müsste von den Kindern ausgehen. Sie beleuchtet vielmehr die Gründe, die zum Kontaktabbruch führen können. Und die sind vielschichtig. Häufig liegen sie in der Vergangenheit begründet, darin, wie die Eltern selbst aufgewachsen sind, welche emotionalen Verhaltensmuster und Wertvorstellungen sie von ihren Eltern – oft unbewusst – erlernt haben und die wiederum von ihren Eltern. Die Eltern- und Großelterngeneration sind im Krieg und unter existenziellen Ungewissheiten aufgewachsen und das prägt. Die erwachsenen Kinder haben heute die Möglichkeit, diese manchmal unguten Strukturen zu erkennen, manchmal spüren sie es auch nur. Sie können die alten Verhaltensmuster durchbrechen und für manche führt dies dann auch zum Kontaktabbruch. Haarmann hilft mit ihrem Buch betroffenen Eltern, die Zusammenhänge zu erkennen, aber auch anzuerkennen, dass sie und auch ihre Eltern nicht alles falsch gemacht haben. Sie haben meist so gut es ging gehandelt. Eine Linderung hält sie nur für möglich, wenn die Entscheidung der Kinder akzeptiert wird. – Der Ratgeber ist auch dank der vielen Fallbeispiele gut lesbar. Betroffene Eltern können sich hier gut wiederfinden und Wege finden, mit ihrer schwierigen Lebenssituation umzugehen. Für größere und ausgebaute Bestände empfehlenswert.

Dorothee Rensen

Dorothee Rensen

rezensiert für den Borromäusverein.

Der Schmerz verlassener Eltern

Der Schmerz verlassener Eltern

Claudia Haarmann
Kösel (2024)

208 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 619906
ISBN 978-3-466-34821-3
9783466348213
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Fa, Ps
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