Das Ende des Romantikdiktats
Die romantische Liebesbeziehung ist auch in der heutigen Zeit immer noch der Goldstandard aller Beziehungen. Gleichzeitig heiraten aber immer weniger Paare, werden immer mehr Ehen geschieden und die Zahl der Singles steigt. Die Soziologin Andrea Newerla
klopft die gesellschaftlichen Gegebenheiten daraufhin ab, ob romantische Liebe, sprich Heirat und Ehe, heutzutage noch ein erstrebenswertes Ziel darstellen, ob es auch andere, zum Teil auch intime Beziehungen geben kann, die ebenfalls denkbar sind und gesellschaftlich akzeptiert werden. In Zeiten des Internets und Online-Dating haben sich viele Dinge verändert. Die gesellschaftlichen Gegebenheiten sind heutzutage deutlich andere, und so hat sich die intime Beziehung, die einen Partner favorisiert, deutlich verändert hin zu vielfältigen Beziehungen und mehr Diversität. Freundschaften als denkbare Modelle und auch eine grundsätzliche gesetzliche Absicherung von alternativen Beziehungsmodellen lässt Newerla bei ihren Überlegungen über Möglichkeiten und Voraussetzungen für alternative Lebensformen nicht aus. Sie bietet selbst ihre Ausführungen als Gesprächsgrundlage an und hofft auf ein gesellschaftliches Umdenken, was intime Beziehungen und romantische Liebesbeziehungen in Zukunft betrifft. Eine bestimmte Beziehungsform als normatives Grundgerüst – wie die Ehe – ist nicht mehr vorgesehen. Das kann man kritisieren und bedauern, spiegelt aber die derzeitige gesellschaftliche Realität wider. Das Buch bietet viele Gedankengänge in verschiedenste Richtungen an und ist daher in ausgebauten Beständen eine gute Diskussionsgrundlage zum Thema Beziehungen in heutiger Zeit.
Annemarie Schreibert
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Ende des Romantikdiktats
Andrea Newerla
Kösel (2023)
204 Seiten : Illustrationen
fest geb.