Glück gehabt!
1977 fing Gernstl als Praktikant beim Bayerischen Rundfunk an. Eine Lehre als Bankkaufmann hatte er zuvor abgebrochen – die Tätigkeit war dem aus einem konservativen Elternhaus stammenden jungen Mann zu langweilig. Die Lebensphilosophie der 1968er
gefiel ihm besser: Erfüllung in dem zu finden, was man tut. Für den Autor war das auf jeden Fall das Filmemachen. Mit etwas Glück gelang es Gernstl, beim Bayrischen Rundfunk unterzukommen. Er war Regieassistent bei kleineren Produktionen, etwa bei Dreharbeiten zu Paul Breitners Fußballmagazin, bis er zusammen mit seinem Freund Hans Peter Fischer eine Idee für einen Dreiteiler hatte. 1983 schlugen die beiden vor, mit der Kamera durch die Republik zu fahren, immer dem 10. Längengrad folgend, und dabei persönliche Lebensgeschichten einzufangen. Die Idee kam beim zuständigen Programmleiter an und Gernstl gründete für das Projekt eine eigene Produktionsfirma mit Namen 'Megaherz'. Es kam zu einer Reihe interessanter, aber auch skurriler Begegnungen, die Gernstl humorvoll schildert. Diese Arbeiten wurden zum Markenzeichen Gernstls und waren der Beginn einer langjährigen Tätigkeit als Reporter und Filmproduzent. – Franz Xaver Gernstl erzählt seine Lebensgeschichte, zu der auch Anekdoten aus seinem Privatleben gehören, mit der ihm eigenen Leichtigkeit und einem darin liegenden Humor. Das Buch ist nicht nur ein persönlicher Rückblick auf sein Leben, sondern auch ein Stück deutscher Zeit- und Fernsehgeschichte.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Glück gehabt!
Franz Xaver Gernstl
Kösel (2026)
269 Seiten : Illustrationen
fest geb.